#75 Dr. Hossenfelder: Theoretische Physik und esoterische Quantenphysik

Dr. Sabine Hossenfelder und Guido Bellberg diskutieren Probleme moderner theoretischer Physik, ahnungslose E-Mail-Schreiber und esoterische Quantenphysiker. Außerdem: Die momentane Unmöglichkeit Einsteins Gravitationstheorie und Quantenphysik unter einen Hut zu bringen. Und: Die Suche nach der “Theorie von Allem” (Weltformel) und warum es – physikalisch gesehen – wohl keinen freien Willen geben kann. Sorry.
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Eine Antwort auf „#75 Dr. Hossenfelder: Theoretische Physik und esoterische Quantenphysik“

  1. Zu allen Zeiten hat das Gros derer, die sich für die Wissen schaffenden ausgegeben haben behauptet, dass das was man “jetzt” weiß der Weisheit letzter Schluss ist und das man nur noch ein bisschen forschen muss, und dann weiß man alles.
    Zum Glück gab es auch immer wieder Revolutionen, die sich aber ganz schnell so normalisiert haben, so dass man meinen konnte, dass das ja sowieso darauf hinaus laufen musste.
    Aber sie haben recht, mit der derzeitigen “Wissenschaft” kann man einen freien Willen nicht erklären.
    Das wäre auch die richtige und ehrliche Formulierung gewesen.
    Es handelt sich ja um eine reine Annahme, dass es sich hier um eine rein physische Welt handelt – es gibt keine Beweise dafür, dass diese Annahme auch stimmt.
    Ganz schlau allerdings, wie sich wie in einem Grabenkrieg die “moderne” Wissenschaft eingegraben hat und alles ausschließt, was nicht materialistisch ist.
    Ich glaube, dass der rein materialistische Ansatz ein psychologisches Phänomen der Angstbewältigung und der eigenen Unsicherheiten ist – nicht der Wille einen freien Willen zu haben (ich kenne übrigens niemanden der im vollen Besitz seiner Geisteskräfte ist und behauptet *er selbst* habe keinen freien Willen – wäre ja auch absurd – dann wären wir nichts weiter als Fleischmaschinen und ich könnte gleich aufhören mir Mühe zu geben mit dem was ich tue).
    Die Unsicherheit der Materialisten besteht darin, dass es in der Wissenschaft nicht um Wahrheit, sondern um die absolute Gewissheit geht.
    Aber alles, was dem Materialismus widerspricht würde automatisch etwas implizieren, über das man niemals Gewissheit haben könnte – also hat man Angst davor, da man nicht weiß, wie eine Wissenschaft aussehen könnte, die sich dafür öffnet.
    Tür und Tor wären offen für alle Scharlatanerie und niemand wüsste mehr, wem man wirklich glauben kann.
    Eine der großen Errungenschaften war ja der Kartesianische Ansatz das Subjektive und das Objektive zu trennen.
    Die “Wissenschaft” wundert sich, dass einem die meisten Leute der “Wissenschaft” das mit dem nicht existierenden freien Willen nicht abkaufen, denn es steht allem zuwider was ein normaler Mensch fühlt.
    Ja ich weiß, fühlen ist Qualia und kann nicht gemessen werden und deshalb darf es das nicht geben, weil die Existenz von Qualia wieder bedeuten würde, dass es mehr gibt als das, was man messen kann und wieder eine Welt impliziert, in der es etwas nicht materialistisches gibt – wobei wir wieder vor dem bereits genannten psychologischen Problem der Materialisten stehen, dass Ihnen eine Heidenangst einzujagen scheint.
    Die Wissenschaftler sind sich sehr wohl bewusst, dass man keine logischen Sätze aufbauen kann von Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Phosphor und Schwefel hin zu dem qualitativen empfinden des Gefühls von Schmerz, Liebe oder dem Empfinden der Farbe Rot.
    Deshalb ist es einfacher, dass man das einfach leugnet und sagt, es sei reine Einbildung.
    Den freien Willen dann als bloße Einbildung hinzustellen finde ich besonders lustig von Wissenschaftlern zu hören, weil diese ja angeblich von Natur aus neugierig und aufgeschlossen sein sollen. Diese Erklärung klingt aber eher danach, dass man das gar nicht suchen will – aber wir sind halt alles nur Menschen und “wollen” nicht alle das gleiche.
    Auch ich halte es unverantwortlich zu postulieren, dass es keinen freien Willen gibt, denn wenn die Menschen denken, sie seien nur Fleischmaschinen ohne Willen spielt das nur der Pharmaindustrie in die Hände, die sich an Depressionen dann goldene Nasen verdienen.
    Darüber gibt es ja bereits Studien, die zeigen das Menschen denen gesagt wird es gäbe keinen freien Willen, depressiv werden und zu keiner Leistung mehr motiviert sind.
    Wenn, dann sollte die Ehrlichkeit siegen und man sollte sagen, dass die derzeitige Wissenschaft einen freien Willen nicht zulässt, weil dies Probleme mit sich bringen würde, deren Tragweite man nicht einschätzen kann, weil wir dann nicht mehr von einer Wissenschaft der absoluten Gewissheit reden können.
    Wir Menschen haben den verantwortungsvollen Umgang mit einer einer Post-Materialistischen Wissenschaft noch nicht gelernt.
    Das sollte sich aber schnell ändern!
    Zum Glück sind nicht alle derselben Meinung und es gibt noch Hoffnung!

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